Vom 27. bis zum 29. Mai 2016 haben wir uns im Haus auf der Alb zum Fachtreffen des VLSP* getroffen. Das Fachtreffen war ausgebucht mit 53 Teilnehmenden. Wetter, Unterkunft und Berge waren phantastisch. Der VLSP* war das erste Mal in seiner Geschichte im Haus auf der Alb.
Schwerpunkt des Fachtreffens 2016 war die Auseinandersetzung mit Vielfalt/Diversity. Wie kann es gelingen, Aspekte der Vielfalt und damit auch die Vielfalt im VSLP* sichtbar und kommunizierbar zu machen, und mit dem Wissen um die Vielfalt gut und solidarisch zusammen zu arbeiten, um lsbtiq*- Personen in der Psychologie zu stärken?
Unterlagen
- Programm sowie Unterlagen zu den Vorträgen und Workshops findest du am Ende dieser Seite.
- Das Protokoll zur Mitgliederversammlung ist auf der Seite MV-Protokolle erhältlich.
Kurzbericht
Eingeleitet wurde das Fachtreffen durch den Vortrag von Iris Horstmann mit dem Titel „Doing Diversity oder: Wie kann Einheit in Vielfalt gelingen?“. Darin wies sie u.a. auf die Bedeutung einer offenen Haltung und eines Bewusstseins für Vielfalt sowie Kommunikations-, Kontakt- und Lernbereitschaft und Wertschätzung füreinander hin, um Vielfalt tatsächlich annehmen zu können und gelingen zu lassen.
Am Samstag ging es früh weiter mit dem Workshop „Das fatale Genitale“ von Diana Hartmann zum Thema Intersexuelle Menschen, in dem die Menschenrechtsverletzungen an intersexuellen Personen durch vielfache geschlechtszuweisende Praxen in einer geschlechterbinär strukturierten Gesellschaft aufgezeigt wurden. Der VLSP* steht hier vor der Aufgabe, sich damit auseinanderzusetzen, wie wir geschlechtliche Vielfalt im Verband weiter zum Thema machen können und was wir tun können, um im Gesundheitssystem Veränderungen feindlicher Praxen gegenüber intersexuellen Menschen einzufordern. Im Workshop haben wir auch den sehenswerten Film „Both“ angeschaut, der auf vimeo frei verfügbar ist.
Parallel dazu fand der Forschungsworkshop von Jana Eyssel und Frank Sattler statt, in dem die beiden Referent*innen über aktuelle Forschungsbefunde zu LSB in Irland und schwule Gesundheit berichteten.
Danach gab es Intervisionsangebote von Ulli Biechele, Erik Meyer und Jana Eyssel & Frank Sattler zur Reflexion von Therapien und Beratungen mit LSBTIQ* Klient*innen, beruflicher Situation und Forschung in diesem Bereich. Aus der Forschungsintervision entstand der Wunsch nach einer weiteren Forschungsvernetzung über einen internen Verteiler und auch die Idee, auf einem der kommenden Treffen ein Forschungsmentoring anzubieten.
Für den Samstag Nachmittag war dankenswerterweise Marion Römmele ganz kurzfristig für die erkrankte Stefanie Soine mit einem Workshop zu Queerfeministischer Psychologie eingesprungen. In diesem Workshop wurde kontrovers diskutiert (vgl. Workshopbericht von Knut Goltdammer).
Gabriel Wichmann referierte in einem parallelen Workshop zum Thema BDSM, der eine Vielfalt von Motivationen, eingenommenen Rollen und Szenarien aufzeigte, BDSM zu leben. Menschen, die BDSM leben, treffen in der Psychotherapie oft auf pathologisierende Vorbehalte, wenn sie dort ihre Lebensweise zur Sprache bringen. Wir diskutierten u.a., wie dagegen eine affirmative Haltung in der Psychologie eingenommen werden kann.
Abends folgte der wissenschaftsgeschichtliche Vortrag von Prof. Dr. Heinz-Jürgen Voss über „Biologie und Homosexualität“. Danach haben wir noch zusammen gesessen, weiter diskutiert und René_s tollem Klavierkonzert (Schumanns Konzert für Klavier und Orchester in a-Moll) gelauscht.
Am Sonntag ging es nach dem Frühstück weiter mit der thematisch vollen Mitgliederversammlung.
Letzte Aktualisierung: 18.05.2020
