Der VLSP* engagiert sich seit 2019 in der Durchführung einjähriger Weiterbildungen zum Thema Queere Psychologie für Therapie und Beratung. Die nächste Runde wird 2027 erneut von der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg (EH LB) mit Unterstützung des VLSP* durchgeführt.
Rückmeldungen von Teilnehmer*innen der letzten Weiterbildungsrunde:
- „Wir sind als Profis darin gestärkt worden für LSBTIQ* Menschen zu handeln. Es war fachlich so dicht, ich konnte gar nicht alles aufnehmen. Deshalb ist es so wertvoll, ein Nachschlagewerk für LSBTIQ* Psychologie mitnehmen zu können.“ Ulrike, Psychologie, Psychodrama-Therapie
- „Ich nehme Expertise mit, ein Netzwerk von Expert*innen und wünsche es würde weitergehen!“ France, Systemische Beratung/ Traumatherapie
- „Ich fand das Wir-Gefühl in der Gruppe klasse, die Offenheit. Jedes Bedürfnis hatte Platz.“ Jessica, Ergotherapie
- „Mich hat die Umsicht und Achtsamkeit begeistert. Mein Eigenes, mein Sein hat Platz gefunden im Wir.“ Anna, Sozialarbeit
- „In der Weiterbildung wurden Selbsterfahrung, Gruppenentwicklung und fachliche Weiterbildung super zusammengebracht. Es war toll, mich mit einem Herzensthema beschäftigen zu können und nicht allein da zu sein.“ Jana, Psychologische Psychotherapie
- „Fachlich eine Fülle und menschlich eine Freude.“ Andrea, Psychologische Psychotherapie
- „Für mich war es ein intensiver persönlicher Veränderungsprozess – mit Auswirkungen auf meine Arbeit, meinen Alltag und mein Umfeld.“ Barbara, MA Psychosoziale Beratung
Studieninhalte
Psychotherapeut*innen und Berater*innen stehen vor der Herausforderung, innerhalb ihrer heterogenen Gruppe von Klient*innen auch lesbisch, schwul, bi-, trans*, intergeschlechtlich und anders queere (lsbtiq*) Menschen kompetent zu unterstützen. Die Haltung „Ich behandle alle gleich“ reicht dazu nicht aus. Es braucht lsbtiq*-spezifisches Fachwissen und die Auseinandersetzung mit der eigenen Haltung zu sexuellen Orientierungen und geschlechtlicher Vielfalt.
Wir beschäftigen uns deshalb in sieben Modulen u.a. mit folgenden Fragen: Was bedeuten die vielen queeren Labels? Wie kann Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen begegnet werden? Wie wirken sich gesellschaftliche Fortschritte (z. B. Selbstbestimmungsgesetz) und Rückschritte (z. B. zunehmende Gewalttaten) individuell aus? Welche Rolle spielen sozialer Status, kulturelle und andere soziale Merkmale? Über welche Ressourcen verfügen lsbtiq* Menschen/ die LSBTIQ*-Community? Wie kann eine wertschätzende beraterische oder therapeutische Begleitung gestaltet werden? Wie können Menschen in der Transition gut unterstützt werden? Welche Fragen haben lsbtiq* Menschen zu Sexualität und Beziehungsgestaltung?
Die Module sind:
- Preseminar (Dozentinnen: Andrea Lang und Dr. Marie-Luise Springmann)
- Grundlagen zum Thema LSBTIQ* (inkl. Paare und Familien, verschiedene Lebensalter, Gender- und Queer-Theorie; Dozentin: Andrea Lang)
- rechtliche und medizinische Aspekte zu Transgender, Intergeschlechtlichkeit, Familie und Kinderwunsch (Dozentin: Isabelle Melcher)
- LSBTIQ*-Menschen in Psychotherapie, Beratung und Psychiatrie (inkl. historischer Entwicklung und Selbstreflexionen zu eigenen Arbeitsfeldern; Dozent*in: Dr. Kae Eichel)
- Intersektionalität mit anderen sozialen Kategorien (z. B. Religion, Ethnizität, Alter, Klasse) und Diversity-Kompetenz (Dozentin: Dr. Marie-Luise Springmann)
- Sexualberatung (Dozent: Alexander Hahne)
- Abschlusskolloquium (Dozent*innen: Birgit Groner, Prof. Heike Kauschinger, Dr. Jochen Kramer, Jürgen Stolz)
Lernsettings
Jedes inhaltliche Modul (Module 2 bis 6) besteht aus 2 bis 3tägigen Seminaren, die jeweils auf zwei Wochenenden verteilt sind. Zwischen beiden Terminen finden Peergruppentreffen zum Austausch über die Modulinhalte statt. Prüfungsleistung ist eine Präsentation und Diskussion zum Transfer des Gelernten auf den eigenen Arbeitskontext im Rahmen des Abschlusskolloquiums.
Zielgruppen
Die Fortbildung findet berufsbegleitend statt. Sie ist konzipiert für Fachkräfte aus Psychologie, Medizin, Sozialer Arbeit, Erziehungswissenschaften oder vergleichbaren sozial- bzw. verhaltenswissenschaftlichen Fächern mit Diplom-, Bachelor- oder Master-Abschluss, die aktiv therapeutisch oder beraterisch tätig sind. Fachkräfte mit abgeschlossenen Erststudiengängen anderer Fachrichtungen sowie Jugend- und Heimerzieher*innen und Erzieher*innen können bei Nachweis einschlägiger Berufspraxis und ggf. von Fort- oder Weiterbildungen ebenfalls zugelassen werden.
Studiendauer und Anerkennung
Die Fortbildung umfasst 98 Std. Präsenzzeit, verteilt auf 14 Tage (davon 7 Tage in Ludwigsburg und 7 Tage online), sowie 82 Std. Selbstlernzeit (davon 59 Std. allein und 30 Std. in Peergruppen). Für die Fortbildung werden 6 Credit Points angerechnet (d.h. es gibt ein Hochschul-Zertifikat) und es werden Fortbildungspunkte bei der Psychotherapeutenkammer Baden-Württemberg beantragt.
Termine
Infoveranstaltungen online: Mo., 27.04.2026 18:00-19:30 Uhr und Do., 01.10.2026 18:00-19:30 Uhr
Module jeweils 9:00-17 Uhr
Wochenende 1 online: Fr. 05.02.2027 (Modul 1)
Wochenende 2 EH LB: Fr. 19.02.2027 (Modul 2) und Sa. 20.02.2027 (Modul 3)
Wochenende 3 online: Fr. 19.03.2027 (Modul 3) und Sa. 20.03.2027 (Modul 2)
Wochenende 4 online: Fr. 16.04.2027 (Modul 3) und Sa. 17.04.2027 (Modul 4)
Wochenende 5 EH LB: Fr. 25 und Sa. 26.06.2027 (Modul 4)
Wochenende 6 online: Fr. 17.09.2027 (Modul 6) und Sa. 18.09.2027 (Modul 5)
Wochenende 7 EH LB: Fr. 08.10.2027 (Modul 5) und Sa. 09.10.2027 (Modul 6)
Wochenende 8 EH LB: Sa. 13.11.2027 (Modul 7)
Kosten und Auskunft
Die Fortbildungskosten werden noch bekannt gegeben.
Weitere Informationen und Möglichkeiten zur Anmeldungen finden Sie später im Jahr auch auf der Webseite des Instituts für Fort- und Weiterbildung der EH LB.
Letzte Aktualisierung: 13.03.2026
