Wir als Fachverband für queere Menschen in der Psychologie e.V. warnen vor den Folgen des Regierungsprogramms der AfD Sachsen-Anhalt für queere Menschen sowie für Psychologie, Gesundheitsversorgung und Wissenschaft. Den Forderungen nach weniger Sichtbarkeit, eingeschränkter Versorgung und politischer Einflussnahme setzten wir eine diskriminierungsfreie, affirmative Psychologie und unabhängige Forschung entgegen.
Das Regierungsprogramm der AfD Sachsen-Anhalt richtet sich gegen geschlechtsangleichende medizinische Maßnahmen für Minderjährige, queere Bildungsangebote und Ansätze der Geschlechterforschung. Es fordert zudem ein Verbot von Regenbogenflaggen an Schulen, erhebt die heterosexuelle Familie zum gesellschaftlichen Leitbild und wertet queere Bildungsarbeit sowie transgeschlechtliche Lebensrealitäten pauschal ab.
Wir bewerten dieses Vorhaben als Gefahr für die gesellschaftliche Teilhabe, den Diskriminierungsschutz und den Zugang zu fachgerechter Gesundheitsversorgung. Der Abbau von Schutzräumen, die Schwächung von Antidiskriminierungsarbeit und politisch geschaffene Zugangsbarrieren können Stress verstärken und die psychische Gesundheit belasten. Besonders betroffen sind queere Menschen, insbesondere jene, welche Mehrfachdiskriminierung ausgesetzt sind.
Auch die angekündigten Eingriffe in Hochschulstrukturen und Forschungsinhalte sehen wir als Bedrohung für die Freiheit von Wissenschaft und Lehre. Sie treffen insbesondere Psychologie, Gesundheitswissenschaften sowie Gender Studies und damit genau jene Forschung und fachliche Weiterentwicklung, die eine evidenzbasierte und diskriminierungsfreie Versorgung ermöglichen.
Diese Politik steht den Zielen unseres Verbandes unmittelbar entgegen. Wir setzen uns für eine Psychologie ein, die niemanden diskriminiert, LSBTQIA+-feindlichen Tendenzen fachlich widerspricht und sexuelle Orientierung sowie geschlechtliche Vielfalt in Forschung, Lehre, Weiterbildung und Praxis affirmativ berücksichtigt.
Wir fordern einen verlässlichen Diskriminierungsschutz, eine leitliniengerechte und diskriminierungsfreie Gesundheitsversorgung sowie unabhängige Forschung und Lehre. Zugleich stehen wir an der Seite queerer Psycholog*innen und Psychotherapeut*innen in Sachsen-Anhalt, deren Arbeitsbedingungen durch ein ausgrenzendes politisches Klima beeinträchtigt werden können.
gez. VLSP* - Fachverband für queere Menschen in der Psychologie e.V.
Letzte Aktualisierung: 11.09.2026
