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Stellungnahme des Deutschen Ärztetages

Der 2014 tagende 117. Deutsche Ärztetag verabschiedete folgende Entschließung zum Thema "Konversions-" bzw. "reparative" Verfahren bei Homosexualität (Drucksache VII - 11):

  • "Homosexualität stellt keine Erkrankung dar, sondern ist eine Variante der unterschiedlichen sexuellen Orientierungen.
  • Der Ärztetag verurteilt jegliche Stigmatisierung, Pathologisierung oder Benachteiligung von Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierung.
  • Der Ärztetag fordert alle Ärzte auf, körperliche und psychische Erkrankungen unabhängig von der sexuellen Orientierung anhand der klinisch relevanten Symptome gemäß ICD-10-Kriterien zu klassifizieren und gemäß den aktuellen Behandlungsstandards zu therapieren.
  • Der Ärztetag fordert die Streichung von Diagnosekategorien, die Homosexualität pathologisieren oder die Möglichkeit von Behandlungen oder Therapien als Option nahelegen.
  • Homosexualität kann in Verbindung mit religiösen, gesellschaftlichen und internalisierten Normen zu Konflikten führen. Psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlungsansätze sollten auf diese Konflikte fokussieren und nicht auf die Homosexualität als solche.
  • Sogenannte 'Konversions'- bzw. 'reparative' Verfahren, die behaupten, Homosexualität in asexuelles oder heterosexuelles Verhalten umwandeln zu können, und den Eindruck vermitteln, dass Homosexualität eine Erkrankung sei, sind abzulehnen. Diese sind nicht nur unwirksam, sie können sich sogar negativ auf die Gesundheit auswirken." 

(Beschlussprotokoll, S. 273; Zur Begründung: vgl. ebd. S. 273-274)

Letzte Akualisierung: 02.10.2014