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Prähomosexuelle Kindheit

Studie

Autor: Dr. phil. Thomas Grossmann

Zusammenfassung

In Empirie und Theorie der Homosexualität setzt sich zunehmend der Gedanke durch, prähomosexuelle Jungen würden durch abweichendes Geschlechtsrollenverhalten imponieren. 151 homosexuelle Männer zwischen 20 und 40 Jahren beantworteten einen quantitativen Fragebogen, der das Geschlechtsrollenverhalten als Kind überprüfte. Mit Hilfe einer Clusteranalyse wurden fünf Untergruppen gebildet und insgesamt 33 Männer mit einem qualitativen Interview über ihre psychosoziale und psychosexuelle Entwicklung in Kindheit und Jugend befragt. Zusätzlich wurde bei den Interviewpartnern ein Partnerschafts-Fragebogen und das Bem Sex Role Inventory (BSRI; Schneider-Duecker & Kohler, 1988) eingesetzt. Vorrangig ausgewertet wurden zwei Untergruppen (Cluster A: rollenkonform als Junge, n=9; Cluster B: rollennonkonform als Junge, n=13).

Auf diese Weise konnte erstmalig detailliert die besondere Entwicklung prähomosexueller Kinder und Jugendlicher beschrieben werden, welche kein abweichendes Geschlechtsrollenverhalten aufweisen. Zentrale Bestandteile der bisherigen wissenschaftlichen Darstellung vom prähomosexuellen Kind (u.a. soziale Ausgrenzung durch Peers, enge Mutterbindung, gestörte Vaterbindung) waren nur in Cluster B auffindbar. Auch in der weiteren psychosexuellen Entwicklung zum homosexuellen Mann bestanden deutliche Unterschiede zwischen beiden Clustern.

Hinweis

Auf der Homepage von Dr. Thomas Grossmann kann die vollständige Dissertation aus dem Jahr 2000 heruntergeladen und der Artikel "Prähomosexuelle Kindheiten" aus der Zeitschrift für Sexualforschung, Vol. 15, 2002 eingesehen werden.

Letzte Akualisierung: 12.11.2012