Kinderwunsch und Familie
Studie zu Familien mit lesbischen Eltern in Deutschland
Autorinnen: Dr. Lisa Herrmann-Green und Monika Herrmann-Green
Zusammenfassung
Diese Studie untersucht erstmalig die Familiengründung von in Deutschland lebenden lesbischen Frauen mithilfe von Donogener Insemination. Anhand eines Fragenkatalogs wurden 105 lesbische Mütter über die frühe Phase ihrer Familiengründung befragt. Die Autorinnen betrachten zunächst als Voraussetzungen lesbischer Elternschaft das Coming-out, die lesbische Identität und die lesbischen Partnerschaften. Daran anschließend beschreiben sie den Umgang mit wichtigen Fragen, wie die Verteilung der mütterlichen Rollen, die Wahl und Anonymität des Samenspenders, die Rolle von Männern im Leben der Kinder sowie den Umgang mit erlebter oder befürchteter Diskriminierung. Die negativen Konsequenzen der gesetzlich und biologisch asymmetrischen Elternschaft für die sozialen Mütter, die Auswirkungen des Lebenspartnerschaftsgesetzes und die Handhabe der Reproduktionsmedizin in Deutschland werden diskutiert.
(Quelle: Zeitschrift für Sexualforschung, 2008, Vol. 21, S. 319)
Hinweis
Außer der englischsprachigen Dissertation von Dr. Lisa Herrmann-Green ist ein Kinderbuch für lesbische Familien mit Wunschkindern durch Samenspende erhältlich.
Lesbische Mütter, schwule Väter und ihre Kinder im Spiegel psychosozialer Forschung
Autorinnen: Elke Jansen & Prof. Dr. Melanie Caroline Steffens
Zusammenfassung
Lesbische Mütter und schwule Väter hat es immer gegeben und ihre Zahl steigt stetig an. Wir geben einen Überblick über die Forschung zu "Regenbogenfamilien", die größtenteils von einer defizitorientierten Perspektive ausgeht: Gibt es in Regenbogenfamilien spezifische Probleme im Vergleich zu "normalen" Familien? Wir gehen insbesondere auf methodische Aspekte der Untersuchungen ein, auf Befunde zum Erziehungsverhalten und den erzieherischen Kompetenzen der Eltern, auf Befunde zur Entwicklung der Kinder und auf solche zum weiteren familiären und sozialen Umfeld. Es besteht Konsens zwischen Expert(inn)en, dass die meisten Lesben und schwulen sehr gute Eltern sind und ihre Kinder sich in Bezug auf emotionale und soziale Kompetenzen sowie bezüglich der psychosexuellen Entwicklung angemessen entwickeln. Abschließend diskutieren wir Implikationen für die Beratungs- und therapeutische Praxis.
(Quelle: Verhaltenstherapie und psychosoziale Praxis, 38 (3), 643-656, 2006. Download hier)
BDP-Bericht zur Situation von (Regenbogen)Familien in Deutschland
Am 9. Juni präsentierte der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) seinen diesjährigen Bericht zur Situation von Familien in Deutschland aus familienpsychologischer Sicht. Der Bericht enthält unter der Überschrift „Familienkonstellationen aus psychologischer Perspektive“ auch den Beitrag „Kinder in gleichgeschlechtlichen Paarbeziehungen“ von Marina Rupp, Pia Bergold und Andrea Dürnberger vom Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg.
In der Pressemitteilung zur Präsentation fordert der BDP ausdrücklich „sich den veränderten Familienformen, ihrer gewachsenen Vielfalt in Forschung und Praxis zu stellen“. Eine Forderung, der wir uns gerne anschließen. Der Bericht kann kostenfrei heruntergeladen werden unter http://www.bdp-verband.org/aktuell/2009/bericht/index.html
Regenbogenfamilien in der Schweiz
Autorin: Dr. Lisa Herrmann-Green
Zusammenfassung Eines InfoBlattes
Unter Regenbogenfamilie wird eine Familie verstanden, in der ein oder beide Elternteile lesbisch oder schwul sind. Fachfrauen schätzen, dass in der Schweiz rund 6000 Kinder in Regenbogenfamilien aufwachsen. Die Kinder können aus vorangegangenen heterosexuellen Beziehungen stammen oder in eine lesbische oder schwule Beziehung hineingeboren oder adoptiert worden sein. Es kann auch sein, dass sich eine lesbische oder bisexuelle Frau mit einem Mann zusammen entscheidet, unabhängig von einer Partnerschaft Eltern zu werden. Für Kinder und Heranwachsende aus Regenbogenfamilien ist es wichtig, dass ihre Betreuungspersonen kompetent und vorurteilsfrei mit ihnen und ihren Lebenszusammenhängen umgehen können. Um eventuelle Wissenslücken zu schliessen, werden Sie hier mit dem Thema der geplanten und bereits existierenden Elternschaft insbesondere lesbischer Regenbogenfamilien bekanntgemacht, weil dazu die meisten Untersuchungsergebnisse vorliegen. Sobald auch mehr Fakten über andere Formen von Regenbogenfamilien bekannt sind, werden diese in das Infoblatt integriert.


