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Welche Rolle spielen Vorurteile und Diskriminierungen im Leben von lesbischen, schwulen und bisexuellen Menschen?

Text nach APA, übersetzt und überarbeitet von Uta Krüger und Dr. phil. Gisela Wolf (vgl. Quellenhinweis)

Lesben, Schwule und Bisexuelle sind weltweit von Vorurteilen, Diskriminierung und Gewalt betroffen. In Deutschland wurden viele schwule Männer während des Nationalsozialismus aufgrund der Kriminalisierung ihrer sexuellen Orientierung durch den §175 ermordet. Auch heute noch werden in Deutschland lesbische, schwule und bisexuelle Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung in Familien, in Schulen, in der Ausbildung, am Arbeitsplatz und in der Öffentlichkeit mit Vorurteilen konfrontiert, diskriminiert und angegriffen.

Diskriminierung und Gewalt gegen Lesben, Schwule und Bisexuelle kann viele Formen annehmen; diese reichen von sehr subtilen Formen bis hin zu handgreiflicher Gewalt („gay-bashing“). Verschiedene Studien machen deutlich, dass verbale Gewalt in Form von Beschimpfungen nahezu eine von fast allen Lesben und Schwulen in Deutschland geteilte Erfahrung ist. Dies gilt besonders, wenn die sexuelle Orientierung sichtbar wird, z.B. durch Händchen halten oder sich in der Öffentlichkeit küssen. Institutionalisierte Diskriminierung ist ebenfalls eine von fast allen Lesben und Schwulen in den meisten Länder der Welt geteilte Erfahrung. Gemeint ist damit eine benachteiligende Rechtslage, in der sich lesbische und schwule Paare und Familien im Vergleich zu heterosexuellen Paaren und Familien befinden. In Deutschland erfahren Lesben und Schwulen Schutz durch das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) und die Möglichkeit, eine Partnerschaft eintragen zulassen (Gesetz über die eingetragene Lebenspartnerschaft, LPartG).

Letzte Akualisierung: 22.11.2012