Zur Subnavigation springen

Was bedeutet "Coming Out" und warum ist der Coming-out-Prozess wichtig?

Text nach APA, übersetzt und überarbeitet von Uta Krüger und Dr. phil. Gisela Wolf (vgl. Quellenhinweis)

Die Bezeichnung „Coming-out“ bezieht sich auf eine Vielfalt an Erfahrungen von lesbischen, schwulen oder bisexuellen Personen: das Bewusstsein über die eigenen Gefühle gleichgeschlechtlicher Anziehung, die Selbstöffnung gegenüber anderen Personen bezüglich der eigenen sexuellen Orientierung und die Identifizierung mit einer lesbischen, schwulen, bisexuellen oder queeren Gemeinschaft. Viele homo- oder bisexuelle Personen haben begründete Ängste vor ihrem Coming-out, weil sie befürchten, damit in dieser Gesellschaft diskriminiert oder angegriffen zu werden. Manche verheimlichen deshalb ihre sexuelle Orientierung, andere teilen sie nur wenigen anderen Menschen mit, während manche Lesben, Schwule und Bisexuelle mit ihrer sexuellen Orientierung genau so offen umgehen wie heterosexuelle Menschen.

Das Coming-out stellt einen Meilenstein in der Entwicklung eines lesbischen, schwulen und bisexuelle Menschen dar. Die derzeitigen Forschungsbefunde dazu zeigen, dass die Fähigkeit, die eigene sexuelle Orientierung als etwas Positives zu empfinden und sie in den Lebensentwurf zu integrieren, dem eigenen Wohlbefinden und der psychischen Gesundheit förderlich ist. Die Integration der sexuellen Orientierung in den eigenen Lebensentwurf bedeutet meist, darüber auch mit anderen zu sprechen, sie beinhaltet oft auch die Partizipation in einer lesbischen, schwulen oder bisexuellen Community. Die Möglichkeit, mit anderen über die eigene sexuelle Orientierung zu sprechen, verbessert gleichzeitig die Möglichkeit, soziale Unterstützung zu erhalten, welche wiederum entscheidend für die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden ist. Genauso wie heterosexuelle Menschen profitieren Lesben, Schwule und Bisexuelle davon, wenn sie ihr Leben mit befreundeten Menschen teilen können und Unterstützung durch Bezugspersonen erhalten. Dementsprechend ist es auch nicht überraschend, dass Lesben, Schwule und Bisexuelle, die ihre sexuelle Orientierung verstecken müssen, auch stärkere Beeinträchtigungen ihrer psychischen und evtl. auch ihrer körperlichen Befindlichkeit aufweisen, als homo- und bisexuelle Menschen, die offen leben können.

Letzte Akualisierung: 28.02.2015