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Was hilft im Coming-out?

Autor_innen: Dr. phil. Ulli Biechele, Dipl.-Psych. Margret Göth, Dipl.-Psych. Thomas Heinrich und Dipl.-Psych. Andrea Lang

Für die meisten Menschen im Coming-out ist die Suche nach Informationen und Kontakten zu anderen Lesben und Schwulen sehr wichtig. Viele erleben es wie eine Befreiung, endlich Gleichgesinnte zu finden und die Gefühle, die sie vielleicht schon lange wahrgenommen haben, ausdrücken und leben zu können.

Kontakte zu anderen Lesben und Schwulen können z.B. über Lesben- oder Rosa Telefone vermittelt werden. Coming-out-Gruppen, die leider nur noch in einigen Großstädten angeboten werden, bieten einen Rahmen, um die eigenen Fragen mit anderen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, besprechen zu können und gemeinsam Neues auszuprobieren.

Viele finden auch Unterstützung bei ihren Freund_innen und Angehörigen. Dabei ist aber zu bedenken, dass auch die Freund_innen und vor allem die Eltern sich erst mal mit den neuen Erkenntnissen auseinandersetzen müssen und dabei selbst oft auch einen eigenen Prozess von Unglauben, Verleugnung, Toleranz und endgültiger Anerkennung durchlaufen. Leider gelingt es immer noch etwa einem Drittel aller Eltern nicht ihre schwulen, lesbischen und bisexuellen Kinder wertschätzend anzunehmen (vgl. "Sie liebt sie, er liebt ihn: eine Studie zur psychosozialen Lage junger Lesben, Schwuler und Bisexueller in Berlin", 1999 herausgegeben von der Senatsverwaltung für Schule, Jugend und Sport, Fachbereich für gleichgeschlechtliche Lebensweisen)

Im Rahmen von Beratung und Therapie ist es wichtig, dass alle Gefühle ernst genommen werden, sowohl die positiven Gefühle wie auch die Ängste und Sorgen sollten Raum finden. Selbstverständlich ist, dass die Therapeut_in die Klient_in nicht in eine Richtung drängen sollte. Des Weiteren können Hilfestellungen zur Informationssuche und zum Kontaktaufbau gegeben werden und schwierige Gespräche gemeinsam vorbereiten werden.

Letzte Akualisierung: 26.05.2014